Licht und Schatten – Seebers Amtszeit im Rückblick Veröffentlicht Juli 1, 2018 von FWG

Ausschalten

Der 30. Juni 2018 war der letzte Tag der 28-jährigen Dienstzeit von Gerd-Michael Seeber als Oberbürgermeister der Stadt Ilmenau. Geräuschlos ging die Zeit zu Ende – kein Fest, keine Aufwartungen, ein Tag wie jeder andere. Bernd Frankenberger, seit vielen Jahren Vorsitzender der Stadtratsfraktion der FWG, nimmt sich die Zeit für einen Rückblick.

Der Vorsitzende der FWG-Stadtratsfraktion, Bernd Frankenberger (rechts im Bild) im Gespräch mit dem Oberbürgermeister der Stadt Ilmenau, der Gerd-Michael Seeber, während der Festveranstaltung am 1. Mai 2015 in Ilmenau.

Nach Seebers Stärken gefragt, antwortet Bernd Frankenberger: Visionen und Ziele zu haben und diese mit Forschheit und Vehemenz zu verfolgen und durchzusetzen. Bewundernswert hierbei die Gewitzt- und Gerissenheit. Aber: Das hat er alles zum Wohle unserer Stadt getan, wohlwissend, dass der Erfolg jedoch viele Väter hat. Ging es um sportliche Belange, so fand man bei ihm immer ein offenes Ohr. Er setzte sich für die Gleichbehandlung der in Ilmenau aufgegangenen Ortschaften ein. Sein Einsatz zum Wohle der Stadt war auch in hohen Regierungskreisen bekannt.

Zu Seebers Schwächen gefragt, fällt dem Stadtrat Goethes Worte ein: “Wer das Recht auf seiner Seite fühlt, muss derb auftreten. Ein höfliches Recht will gar nichts heißen!” Eine wahre Weisheit, die aber zu Irritationen und Missverständnissen führen kann! In der Geschichte Ilmenaus war er das dienstälteste Stadtoberhaupt. Das berechtigt ihn zu Stolz und Selbstsicherheit. Seine lange Dienstzeit ist daher nicht frei von Ungeduld und Überheblichkeit, ja gelegentlich Arroganz und Ignoranz. Kontroversen werden, wenn überhaupt, nur schwer geduldet. Die sprichwörtliche “Arroganz der Macht” bekamen wir freigewählten Stadträte von ihm in zwei Neujahrsansprachen mit bösen und völlig unberechtigten Anwürfen zu spüren.

Mehrfach gewonnene Wahlen beruhen auf Verdienste. 1. Gerd-Michael Seeber hat mit seiner Persönlichkeit und seinem Einsatz dafür gesorgt, dass mit dem Wegbrechen der Großindustrie in unserer Stadt, Ilmenau nicht in die Bedeutungslosigkeit versunken ist und einen Aufschwung erlebte, den man bei seiner Amtsübernahme nicht erwartet hat! Er hat sich intensive Kontakte zu unserer Universität, Industrie und Handel aufgebaut. 2. Er hat Ilmenau zu einem attraktiven Wohnort entwickelt, in dem es sich zu investieren lohnt. Zu seinen Verdiensten zählt, dass keine Großmärkte an der Peripherie gebaut wurden und die Innenstadt nicht lahmgelegt wurde. 3. Sein wohl größter Verdienst, der erst in Zukunft zum Tragen und zur Würdigung kommt, ist der, aus unserer Kleinstadt eine Großstadt Ilmenau gemacht zu haben.